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In seinem überwältigenden Ausstattungsreichtumbeglückend und – verzaubernd :die nach rund 20 Jahren ( sic! ) vollendete Faksimileausgabe derWENZELSBIBELals der ältesten deutschen Prachthandschriftdes Alten Testamentes!Wenzelsbibel (Codices Vindobonensis 2759-2764). Deutsch von Martin Rotlöw. Handschrift in bis zu letzter Vollkommenheit ausgeformter zweispaltiger gotischer Buchschrift, der „textualis formata“, in Schwarz + Rot. Prag Ende 14. Jhdt. 530 x 365 mm. Mit unzähligen Text-Initialen und großformatigen 654 Miniaturen + Bild-Initialen zum biblischen Geschehen generell und zur Wenzelsbibel-Symbolik speziell sowie prunkend mit unzähligen teilweise erzählenden und geradezu seitensprengenden Randdekorationen
als einem NON PLUS ULTRA DER PRACHT! Alles in vielen Farben bei reichstem Gold! Vollständige Faksimile-Ausgabe (im vorlagengetreu blattweise randbeschnittenen Original-Format und den Original-Farben der überwiegend illuminierten Teile auf 607 Blatt oder 1214 Seiten in 8 Bänden) + Dokumentation (der illuminationsmäßig unvollendet gebliebenen und hier stark verkleinert und nur in Schwarz-Weiß wiedergegebenen reinen Textteile von 1218 Seiten auf 154 Blatt oder 308 Seiten) Zusammen 9 Bände. 1981-1998. Dunkelbraune Orig. Leder-Bände auf 5 Bünden mit dem goldgeprägten Liebesknoten auf den Vorderdeckeln und gold- und blindgeprägtem Rücken in Schubern mit goldgepr. Rückenschild. Begleitet von:
Auflage: 780 numerierte Exemplare zuzgl. 30 sonstiger. Das erste Beispiel eines in die Volkssprache übersetzten Alten Testamentes als ausstattungsmäßiges Kronjuwel der „Wenzel(pracht)handschriften“. Als Kunstwerk geschaffen seitens neun Hauptmeister der von Kaiser Karl IV., dem Vater des bibliophilen Böhmen-Königs Wenzel IV. oder, als deutscher König, Wenzel I. gegründeten Prager Miniatorenschule als dem Umfeld also schlechthin:
(Schlosser). Anregungen für anstehenden Bibelschmuck – in den Kommentaren Miniatur für Miniatur detailliert behandelt und bezüglich der Randdekorationen nach Bedürfnis – scheint der um 1365 für Karls Kanzler Johann von Neumarkt als ein Hauptwerk der böhmischen Buchmalerei des Jahrhunderts geschaffene Liber Viaticus gegeben zu haben, der wiederum italienisch oder französisch beeinflußt zu sein scheint. Durchzogen im übrigen von ganz persönlichen Anspielungen wie etwa der mit den königlichen Monogrammen W + E (die in Böhmen auch Euphemie genannte 2. Gattin Wenzels Sophie, Tochter Herzog Johanns von Bayern-München) versehenen Szene mit dem Bademädchen.
Die wohl nicht zuletzt infolge der zweimaligen Gefangensetzung Wenzels unvollendet gebliebene Bibel alttestamentlichen Teils – noch ganz ohne die Bücher Daniel, die kleinen Propheten und Makkabäer I + II, ansonsten innerhalb der Codices 2761-2764 mehr als 900 Illuminations-Freiräume – scheint ursprünglich auf zwei gewaltige Bände von jeweils mehr als 500 Blatt hin konzipiert worden zu sein. Sie ist heute auf 6 Bände verteilt, deren Aufteilung hiesige Ausgabe in Hinsicht auf die im Dokumentenband zusammengefaßten unillustrierten Teile nicht folgt. Bis auf den schon nur noch spärlich illuminierten Bd. VIII verteilt sich die Pracht ziemlich gleichmäßig auf die übrigen sieben mit Bd. V (106 Miniaturen) als primus inter pares. Wohingegen anderwärts die eine ganze halbe Seite (sic!) einnehmende Schöpfungs-Illumination auftrumpft. Schon als dermaßen „Unvollendete“ ein Stück anhaltenden Staunens erscheint auch nur die Vorstellung, im Idealfall seien unter Einschluß auch der noch fehlenden Bücher noch etwa 11-1200 weitere Miniaturen + Randschmuck hinzugekommen, geradezu unstatthaft süchtig. Wenzel (Nürnberg 1361 – Prag 1419) war der älteste Sohn Kaiser Karls IV. und dessen 3. Gemahlin, Anna von Schweidnitz-Jauer. Er selbst war in 1. Ehe mit Johanna, der Tochter Albrechts I. von Bayern verheiratet. Schon 3jährig zum König von Böhmen gekrönt und 1373 mit der Mark Brandenburg belehnt, der 1376 in Aachen die Krönung zum deutschen König folgte. Mit Dienstantritt auf beiden Thronen nach Karls Tode 1378. Der deutschen Königswürde 1400 verlustig gegangen, brachten die Folgejahre einen nicht unverschuldeten etappenweisen Niedergang. Wobei die persönlichen Schwächen in merkwürdigem Kontrast stehen zu seiner so ganz offensichtlichen Leidenschaft zu den schönen Büchern und diese Schwächen relativiert. Eines der allerkostbarsten jener Beispiele des absolut Schönen denn die seinen Namen tragende hier anstehende erste deutschsprachige Teil–Bibel . Deren Großartigkeit und Bedeutung so herausragen, daß selbst für seine Klientele ein „Vermarkter“ seine Chance sah, sie als taschenbuch-verkleinertes Mitnahmeobjekt auf den Markt zu bringen. Hier denn nun die allein dem Anspruch des Originals genügende originale Edition in ihrer verschwenderischen Fülle. Und mit dem in Gold geprägten Liebesknoten („noeud d’amour, love-knot, ein während des ganzen Mittelalters gebräuchliches Symbol“) als starkem Illuminations-Bezugspunkt. Wie auch der immer wiederkehrende Eisvogel oder Königsfischer als gleichfalls allegorisches „Sinnbild treuer Liebe : er ist die Alkyone der antiken Sage … (sprichwörtlich geworden als) die berühmten alkyonischen Tage“. Erfüllen Sie drum den Traum dieses Ganzen sich selbst und vielleicht überraschen und – verzaubern Sie zugleich noch jemand ganz Bestimmten? Folgen Sie den Monogrammen W + E als den heiteren Bildgeschichten rund ums ernste biblische Geschehen. Und, natürlich, dem bei sorglichen Hausfrauen in so gutem Rufe stehenden Eisvogel, diesem verschmitzten Gesellen, der „mit seinem langen Schnabel … oft recht vorwitzig in die Ranken und Miniaturen hinein(sticht)“!
– Dasselbe in orig. Halbleder mit mit Leinen bezogenen Deckeln nebst Liebesknoten-Prägung in dunkelbraun auf den vorderen.
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