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jan hendrik niemeyer - seit 1992 -

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König Modus + Königin Ratio

660 Jahre altes Lehrbuch des jagdlichen gewußt wie

(Ferrières, Henri de.) Le Livre du Roy Modus / Das Jagdbuch des König Modus. Bll. 1-105 des Ms. 10218-19 der Bibliothèque Royale Albert Ier, Brüssel. Handschrift in Rot + Schwarz auf Pergament. Brügge 1. Hälfte bis Mitte des 15. Jhdts. 299 x 205 mm. 2, 105 Bll. Mit

56  Miniaturen

(meist 8,5 x 13,5 cm) des Meisters des Girart de Roussillon und durchgehend verzierten Initialen, alles reichst in Gold und vielen Farben. Faksimile-Ausgabe im Originalformat und den -farben. Faksimile- + Kommentarband (von Dagmar Thoss nebst deutscher Übersetzung nach der 1379er ältesten Bilderhandschrift Fr. 12399 der Biblioth. Nat., Paris, von Max Haehn, 119 SS., 5 Abb.). 1989. Goldgepr. lichtbrauner OLdr.-Bd. mit 6 Zierbünden, Filete und Akanthuswellenranke a. beiden Deckeln u. reicher Rückengestaltung mit von Akanthusblättern u. stilisierter Tulpe eingefaßten Granatäpfeln nebst Titelprägung auf rotem Grund u. farb. marmor. Vorsatz nebst Bibliothekszeichen der Bibliothèque Royale, mit Ausnahme der Ldr.-Marmorierung u. des Goldschnitts alles entsprechend dem Orig.-Einband d. 18. Jhdts., hier indes originalgerecht nur ms.-typisch unbeschnitten, + OLwd. in OLwd.-Schuber mit Rückenschild.

Henri de Ferrières, Jagdbuch des König Modus

Nicht bei Schlieker, Die Verehrung des hl. Hubertus im Wandel der Jahrhunderte, 2016.

CODICES SELECTI XCI. – Nr. 236/975 numerierten deutschsprachigen Sets neben 1650 für den französ. u. 375 für den spanischen Markt sowie jeweils 40 unnum. Beleg-Explren. als limitierter Weltauflage. – Für Philipp den Guten, Herzog v. Burgund (1396-1467), als jüngste von gesamthaft neun gefertigte Bilderhandschrift des

ältesten  französischen  Jagdbuches ,

als Lehrbuch verfaßt von einem Kenner von Graden, der noch mit Karl IV. (gest. 1328) gejagt hatte und „demnach erst im hohen Alter, wie etliche seiner Zeit- und Standesgenossen, das Schwert mit der Feder vertauscht“ hatte. Und dessen eigene Familienjagden noch 600 Jahre später als Les Chasses de Ferrières künstlerische Weihe erfuhren. Während das Château de Ferrières, damals schon Rothschild’sche „prachtvolle Besitzung“, aufs Jahr genau 600 Jahre später Zeuge deutsch-französischer Vergangenheit wurde. Es diente vom 19. Sept. bis 6. Okt. 1870 dem König von Preußen als Hauptquartier und „hier fanden 19. und 20. Sept. 1870 resultatlose Friedensverhandlungen zwischen dem Grafen Bismarck und Jules Favre statt“ (Meyers Konv.-Lex., 4. Aufl., VI [1889], 163/II).

Unterteilt in zwei Hauptabschnitte, erklärt „Modus“ neben der Praxis des

Waidwerks  mit  Hunden  und  der  Falkenbeize

auch jeweils mögliche Fallen + Fangvorrichtungen sowie das Bogenschießen. Besonderer Wert wurde auf die Veranschaulichung von Pirsch, Fangen + Erlegen gelegt. Die Darstellungen der

Fangvorrichtungen  zum  Nachbau  gedacht .

Die Faksimilierung endet mit dem Lehrbuch, auf dessen letzter Seite sich – allen Handschriften gemeinsam – des Autors Songe de pestilence anschließt (Ms. 10.219). Es diente dem späteren, indes viel berühmter gewordenen Lehrbuch des Gaston de Phébus als Vorlage und wurde 1486 erstmals gedruckt.

Die stilistisch dem Meister des Girart de Roussillon (= Meister der Chronik von Jerusalem) zuzuordnenden Miniaturen treten durch offene, malerische Pinselführung, differenziertes, reich abgestuftes Kolorit sowie eine großzügige Landschaftsgestaltung einschließlich illusionistischer Effekte hervor. Von hohem Rang die Pendant-Darstellungen von Rot- + Schwarzwild als Symbolen des Lichtes und der Finsternis, wiedergegeben im geweihreizvoll angeordneten Bilde des

Hubertus-Hirschen

+

dem  von  Keiler  aufgesuchten  Baum  des  Bösen .

Von dem Girart-Meister sind etliche für Philipp angefertigte Handschriften bekannt.

„ (Seine) Werkstatt war von großer Bedeutung für die flämische Buchmalerei der Mitte des 15. Jahrhunderts; in ihr entstanden die kostbarsten Bilderhandschriften dieser Jahre. “

Und damit ganz in den Rahmen der Sammlungen Philipps passend, der

„ ein eifriger Förderer von Kunst und Wissenschaft und Besitzer einer der bedeutendsten Handschriftensammlungen seiner Zeit (war), in die er nur

außergewöhnlich  schöne  Werke

aufnehmen wollte … sie galt als ‚die am besten ausgestattete der Christenheit‘ , mit der die des französischen Königs nicht mehr rivalisieren konnte “

(Stange + Jerchel in Löffler-Kirchner, Lexikon des gesamten Buchwesens, III [1937], 11).

Für  Sie  nun  aber  die  Gelegenheit , eines ihrer Prunkstücke als

verschwenderisch  schöne  Wiedergabe

Ihrer eigenen Bibliothek einzuverleiben , Jagdhistorie + Optik verknüpfend. – Neuwertiges Exemplar.

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– – Dasselbe. – Nr. 386/975 Explren. wie oben. – Namentlich Vorderdeckel + Rücken des Schubers schmuddelfleckig, sonst nahezu neuwertig.

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